Christi Himmelfahrt, Herrentag, Vatertag – der gestrige Donnerstag bot so einige Gründe, um zu feiern! Auch wenn der Großteil der männlichen Bevölkerung wahrscheinlich ausgelassen und freude(!)trunken in geselliger Männerrunde beisammen gesessen hat, so konzentriert sich die Werbeindustrie mit ihren eigens auf diesen Tag ausgerichteten Kampagnen auf die Beziehung zwischen Vater und Kind. “Let’s celebtrate fatherhood!” schreien auch wir ganz freudig, denn seien wir mal ehrlich – in Deutschland fällt der Vatertag werbetechnisch eher unter den Tisch und muss auch weltweit im Schatten der vielen Muttertagskampagnen ein fast schon nischenähnliches Dasein fristen.
Da sticht Werbung zu diesem Thema schon heraus, wenn sie dann auch noch Emotionen, einfühlsame Bilder und eine tolle Botschaft vermittelt – umso besser!
All das trifft auf die “Calls for Dad #RealDadMoments”- Kampagne der amerikanischen Beautymarke Dove zu.

Der Grund: Laut einer von Dove+Men durchgeführten Studie fühlen sich zwei Drittel aller befragten Väter durchaus für das emotionale Wohlbefinden ihrer Sprösslinge verantwortlich, jedoch sehen nur 20% von ihnen diese Rolle auch in den Medien vertreten. Der entscheidende Anstoß für Dove, diesen Clip zu produzieren. Sie gehören damit neben dem Elektronikhersteller Philips oder auch dem Autohersteller Volvo auf jeden Fall zu den wenigen Unternehmen, die dieses durchaus werbewirksame Thema bisher für sich entdeckt haben.  Aber es tut sich etwas – die Kosmetikmarke Nivea beispielsweise setzte mit ihrem Vatertagswerbespot “Danke, Papa” im Jahr 2014 ihre Muttertagskampagne vom Vorjahr fort. Diese hatte sich mit mehr als 2,4 Millionen Klicks auf YouTube zu einem viralen Hit entwickelt und auch der Vatertagsspot wurde inzwischen über 1,6 Millionen angeklickt. Warum also nicht dieses bisher wenig beachtete Thema nutzen und das Potenzial ausschöpfen? Zumal das Setting nicht großartig verändert werden muss. Emotionen, menschliche Beziehungen, rührende Hintergrundmusik und herzerwärmende Bilder von Eltern und Kind bilden auch hier die perfekten Zutaten für eine emotionale Achterbahnfahrt beim Zuschauer. Sollte man hoffen, denn angesichts des sich immer weiter verbreitenden Trends, verstärkt auf emotionale Bildgewalt anstatt großer Worte zu setzen, können all diese Spots doch auch leicht zu einer grauen Masse verschwimmen. Um es mit Henry Fords Worten zu sagen: „Alles kann immer noch besser gemacht werden, als es gemacht wird.“

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